Das Inzesttabu

Inzesttabu Ein für uns wichtiges Thema bzw. eine grosse Problematik des Menschen, mit der wir uns intensiv beschäftigen und die wir versuchen unter uns und in jeder Begegnung zu lösen, ist das Inzesttabu.
Wir verstehen unter Inzesttabu den Umstand, dass wir Menschen uns nicht zutrauen, mit der Beziehungswirklichkeit zwischen uns umgehen zu können. Anstatt in jeder Begegnung mit einem Menschen immer wieder neu und unvoreingenommen zu sein und wahrzunehmen, was die Wirklichkeit zwischen uns ist und was wir miteinander wollen, belegen wir die Beziehung mit einem Tabu.
Wir haben Angst davor, nicht adäquat mit einer Begegnungssituation umgehen zu können; vor allem haben wir Angst mit sexueller Anziehung zwischen uns nicht umgehen zu können. Deshalb begegnen wir einander nicht unmittelbar, sondern aus unseren über die gesellschaftliche Norm definierten Rollen heraus. Wir stehen uns nicht einfach als zwei Menschen gegenüber, sondern als Frau von und Mann von, als Lehrerin und Schüler, als Mutter und Sohn, Vater und Tochter, Therapeutin und Klient usw.. Die Rollen, die wir haben, regeln, inwiefern zwischen uns Nähe und sexuelle Anziehung erlaubt oder vor allem nicht erlaubt sind. Anstatt auf unsere Wahrnehmung, verlassen wir uns auf Konventionen, Gesetze und Tabus, die unsere Beziehungen regeln.
Beim Inzesttabu geht es also vor allem um das Tabu, überhaupt wahrzunehmen und das Wahrgenommene und sein Innerstes auszudrücken und in Beziehung zu setzten. Es geht darum, eine energetische Wirklichkeit, eine gefühlsmässige Wahrheit zuzulassen und anzuerkennen. Ob daraus tatsächlich eine Handlung folgt, hängt dann davon ab, was alle Beteiligten wollen und was für alle stimmig und verantwortbar ist.

Für mehr Informationen über das Inzesttabu siehe u.a. https://www.samuel-widmer.ch/de/ueber-das-inzesttabu und https://www.aerztegesellschaft-avanti.org/category/statements.